Germany’s Next Topmodel ist vorbei – Heidi hat wieder gewonnen!

Und wieder ist eine Staffel Germany’s Next Topmodel vorbei – Gott sei Dank muss man fast sagen. Allein die Tatsache, dass man als Zuschauer von GNTM Heidi Klums ohrenentzündender Stimme über Stunden hinweg völlig ungeschützt ausgeliefert ist, hätte dieses Format eigentlich von vorne herein zum Scheitern verurteilen müssen. Aber weit gefehlt – die Einschaltquoten, die zwar sicherlich einem negativen Trend folgen, wie es bei allen anderen Casting-Formaten im TV auch ist, rechtfertigen mit durchschnittlich hohen Marktanteilen über Jahre hinweg wohl die Existenz von Germany’s Next Topmodel. Anscheinend hat die Sendung also einen gewissen Unterhaltungswert für gewisse Menschen. Die Gründe dafür dürften unterschiedlicher Natur sein. Wie auch immer. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich – zumindest bis zu einem gewissen Grad – streiten.

Tatsache ist jedoch, dass Heidi Klums GNTM nur Ansatzweise etwas mit der realen Modelwelt zu tun hat – das haben schon viele gesagt, die diesbezüglich wissen, wovon sie reden. Generell hat Heidi Klum bei Insidern der Modebranche einen eher schwierigen Stand und wird selbst nicht wirklich also sogenanntes Topmodel akzeptiert. So sagte einst Chanels Chef-Designer und Mode-Zar Karl Lagerfeld bei Johannes B. Kerner über Heidi Klum: „Ich kenne sie nicht. Claudia kennt die auch nicht. Die war nie in Paris, die kennen wir nicht. (…) Für mich war sie nicht top wie Claudia oder Nadja oder Tatjana.“ Deutliche Worte, richtige Worte. Denn auch wenn sich Karl Lagerfeld oft an der Grenze der Zurechnungsfähigkeit befindet und dann alles andere als sympathisch wirkt, so kennt er die internationale, europäische Modebranche wie nur wenige sonst. Und es stimmt, Heidi Klum war nie das, was man ein Topmodel nennt. Claudia Schiffer, Nadja Auermann, Tatjana Patitz – das waren die echten deutschen Topmodels. Aktuell kann man eigentlich nur Julia Stegner nennen, die sich auf einem guten Weg befindet und in einer ganz anderen Liga als beispielsweise Eva Padberg spielt, die wohl irgendjemand mit Einfluss mal irgendwie, irgendwann fälschlicherweise mit einem Model verwechselt hat.

Aber auch wenn Heidi Klum kein echtes Topmodel ist, erfolgreich ist sie trotzdem. Sehr erfolgreich sogar – und nicht ganz zu unrecht. Sie ist definitiv hundertprozentig professionell und liefert, solange es um Fotoshootings oder Werbespots geht, immer souverän ab. Sie ist halt kein Model für den Laufsteg und kann absolut nicht moderieren bzw. eine Show präsentieren. Aber viele machen ja Sachen, die sie nicht wirklich können. Immerhin macht Heidi auch Sachen, die sie wirklich kann. Ihre Präsenz im deutschen Fernsehen hat jedoch nicht unbedingt zu einer Image-Verbesserung beigetragen.

Die Marke Heidi Klum konnte durch Germany’s Next Topmodel aber trotzdem einen deutlichen Zuwachs an Sichtbarkeit bei wichtigen Zielgruppen verzeichnen. Mit anderen Worten: nicht nur jede Staffel, sondern jede einzelne Folge von Germany’s Next Topmodel kennt nur eine wahre Gewinnerin deren Name sich reimt auf „dumm“: Heidi Klum. Sie als intelligent zu bezeichnen wäre wahrscheinlich ein bisschen zu viel des Guten, aber so dumm, wie viele sagen, kann sie eigentlich nicht sein. Denn wie auch immer man es betrachten mag, letztendlich hat sie alles richtig und eine beeindruckende Karriere gemacht. Für die „Zeit danach“ hat sie auf jeden Fall ausgesorgt, nicht zuletzt auch durch Germany’s Next Topmodel.

Keine der bisherigen Gewinnerinnen von GNTM konnte es bisher auch nur in Reichweite der Bezeichnung Top Model schaffen. Es ist genug, um davon für den Moment ganz ordentlich leben zu können – mehr aber auch nicht. Für die Top-Agenturen und Star-Designer in Paris, Mailand und New York hat der Titel Germany’s Next Topmodel jedoch keinerlei Bedeutung. Und wer es wirklich schaffen will in dieser Branche, der muss es dort schaffen. Wenn Heidi Klum sagt, GNTM sei ein Sprungbrett für die Kandidatinnen, dann beweisen die bisherigen Siegerinnen das Gegenteil. Das Management von Heidi Klum in Gestalt ihres Vaters, der auch bei GNTM und bei der weiteren Vermarktung der Gewinnerin die Zügel fest in der Hand hält, trägt mit Knebelverträgen und fragwürdigen Pflichtterminen angeblich nicht zum positiven Verlauf der noch jungen Model-Karrieren bei, sagt man. In wie weit das der Wahrheit entspricht, lässt sich als Außenstehender nur schwer einschätzen. Solange die Verträge juristisch einwandfrei sind und freiwillig unterschrieben werden, braucht man sich als Kandidatin aber hinterher nicht beklagen.

Ob Luisa, die diesjährige Gewinnerin von Germany’s Next Topmodel, eine Zukunft im Modelbusiness haben wird, steht in den Sternen. Potenzial hat sie, so heisst es, aber da sie die gleichen Voraussetzungen wie die Gewinnerinnen vor ihr hat, darf man einer Entwicklung zum Topmodel hin durchaus skeptisch gegenüber stehen. Als kritischer Betrachter kann man davon ausgehen, dass Heidi Klum selbst weiß, dass sie eine Illusion verkauft – nur die in der Regel noch jungen und ziemlich naiven Kandidatinnen haben es noch nicht verstanden – auch nicht nachdem sie es vorher schon mehrfach am heimischen TV-Gerät miterlebt haben. Zu sehen, dass die GNTM-Siegerinnen mäßigen, meist zeitlich sehr begrenzten Erfolg haben und die Finalistinnen hinterher zumindest in diversen subtilen TV-Formaten auftauchen um die maximale und dennoch geringe Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auszukosten, scheint andere Mädchen und junge Frauen ausreichend zu motivieren, es ihnen gleich zu tun.

Manch eine Kandidatin von Germany’s Next Topmodel, wie zum Beispiel die erste Gewinnerin Lena Gercke, hat sich halbwegs etablieren können und macht noch heute regelmäßig anständig bezahlte Fotoshootings für Magazine und Kalender. Die Qualität ihrer Jobs ist aber seit dem obligatorischen Sieger-Shooting für das Cover der deutschen Version der Cosmopolitan definitiv nicht gestiegen, eher im Gegenteil. Von Anna Wintour, der Chefin der amerikanischen Vogue und (in)offiziellen Herrscherin der Modewelt, hat Lena Gercke jedenfalls bislang nichts gehört – ebenso wie ihre „Mentorin“ Heidi Klum selbst, die es aber zumindest in die deutsche Vogue und aufs Cover von Sports Illustrated und Elle geschafft hat.

Lange Rede, kurzer Sinn: Germany’s Next Topmodel hält nicht, was es verspricht, aber es scheint auch keiner etwas anderes zu erwarten. Entertainment eben. Standard.

Wer sich noch an die goldene Ära der Supermodels in den 90er Jahren erinnern kann, sollte sich unbedingt mal wieder das Musikvideo von George Michaels Song „Freedom“ anschauen, in dem Cindy Crawford, Naomi Campbell, Linda Evangelista, Christy Turlington und Tatjana Patitz auf sehr ansehnliche Weise mitwirkten und sich selbst als Ausnahmeerscheinungen ihrer Art verewigten. Nicht alles war früher besser, aber die Models wahrscheinlich schon.

Hier geht’s zur Umfrage Ist Heidi Klum ein echtes Topmodel? – Stimme abgeben und Ergebnis sehen.

Advertisements

Fotografen und Models arbeiten oft ohne Bezahlung

Als Fotograf kann man sehr viel Geld verdienen. Aber tatsächlich verdienen nur wenige Fotografen gutes Geld. Die meisten Fotografen leben mehr schlecht als recht von den Einkünften, die sie durch Fotoshootings generieren. Gerade im Bereich Beauty und Fashion übt die Majorität der Fotografen eine nahezu brotlose Kunst aus. Wenn man nur mal einen Blick in einschlägige Foren zum Thema Fotografie wirft, sieht man unzählige Anzeigen für sogenannte TFP-Fotoshootings. TFP kommt aus dem Englischen und steht für „time for prints“ oder auch „time for pictures“. Es handelt sich hierbei um einen Deal zwischen Fotograf und Model. Das Model kriegt als Entlohnung für das Shooting die Bilder der Foto-Session und der Fotograf darf die Fotos für sein Portfolio bzw. für Werbezwecke verwenden. Es profitieren also beide Seiten von einer solchen Vereinbarung. Aber im Klartext ist ein TFP-Shooting ein Fotoshooting, bei dem weder der Fotograf noch das Model bezahlt werden. Der eine oder andere wird sich jetzt wahrscheinlich fragen, warum jemand so etwas machen sollte. Arbeiten ohne Bezahlung? Ernsthaft? Ja! Man kann sich von Fotos zwar nicht ernähren, aber sowohl für Fotografen als auch für Models sind Fotos die Grundlage ihrer Existenz. Sowohl die einen als auch die anderen hoffen darauf, dass diese Fotos ihnen irgendwann dazu verhelfen werden,für die geleistete Arbeit bezahlt zu werden – im besten Falle sogar richtig gut. Den meisten allerdings wird dieser Wunsch jedoch verwehrt bleiben. Lange Rede, kurzer Sinn: in dieser Branche arbeiten sehr viele Menschen, die entweder gar nicht oder nur sehr schlecht bezahlt werden. Traurig, aber wahr.

Model werden in München – das erste Fotoshooting

Viele junge Mädchen haben den Traum Model zu werden. Gerade in den letzten Jahren ist die Zahl derer, die sich eine berufliche Karriere als Fotomodell wünschen, deutlich gestiegen. Durch TV-Shows wie Heidi Klums Germany’s Next Top Model auf Pro 7 oder jetzt auch das perfekte Model mit Eva Padberg und Karolina Kurkuva auf Vox ist der Beruf Model auf der Beliebtheitsskala massiv gestiegen. Und auch wenn diese Fernsehsendungen meistens eine stark verzerrte Version der Model-Buisness-Realität wiedergeben und Klischees nur all zu gerne bei jeder Gelegenheit aufgreifen, so wurde doch der gesamten Beauty– und Fashion Industrie eine wirkungsvolle Bühne errichtet. Gerade in Städten wie München ist dieser Einfluss deutlich zu beobachten. Die Münchener Mädels kopieren den Kleidungsstil, der ihnen im Fernsehen präsentiert wird. Und deshalb versuchen jetzt alle wie Models auszusehen, was aber leider nur selten klappt.

Von dem Wunsch angetrieben genauso wie einige der Kandidatinnen von GNTM den Sprung ins Modelbuisness zu schaffen, gehen immer mehr Mädchen zu Model-Castings um ihr Glück zu versuchen. Nur wenige dieser Mädchen haben jedoch wirklich das Zeug zum Model. Die Liste all der Dinge, die haben oder können sollte, um ein gutes Model zu sein, ist bei weitem länger, als die meisten denken. Es gibt nämlich viele wichtige Faktoren, die maßgeblich darüber entscheiden, ob man eine Zukunft als Model hat oder nicht.

Als Model muss man nicht nur permanent auf seinen Körper achten und vor der Kamera gut aussehen, man muss auch viele andere Eigenschaften mitbringen. So sollte man beispielsweise kein Problem damit haben wenig zu schlafen, aus dem Koffer zu leben und wie eine lebenden Schaufensterpuppe behandelt zu werden. Denn mehr als das sind nur sehr wenige Protagonisten der Berufsgruppe Model – und die mussten sich das erst mal über Jahre hinweg erarbeiten.

Wenn sich ein Mädchen dazu entschließen sollte Model zu werden, dann sollte sie nach Möglichkeit auch wissen, worauf sie sich einlässt. Mit Glamour hat das meistens nicht viel zu tun. Harte Arbeit und ein langer Atem sind von Nöten, um als Model erfolgreich zu werden. Zu Beginn muss man, wie bei so vielen Dingen üblich, erst einmal Geld investieren, bevor man Geld verdienen kann. Also muss man sich einen Fotograf suchen und ein Sedcard Fotoshooting vereinbaren. Denn alle Model Agenturen in München und auch überall sonst brauchen diese Sedcards, um die Models an ihre Klienten vermitteln zu können. Und so eine Sedcard, wenn sie gut gemacht ist von einem professionellen Fotografen, der wirklich was auf dem Kasten hat, kann gut und gerne zweitausend Euro kosten. Übrigens völlig zu Recht, wenn das an dieser Stelle hinzugefügt werden darf.

Für viele Möchtegern-Models ist das Sedcard Fotoshooting das erste Fotoshooting überhaupt. Und für viele ist es auch gleichzeitig das letzte. Denn die meisten dieser Mädels schaffen es entweder nicht in die Karteien der guten Model Agenturen, oder kommen bei zweitklassigen Agenturen unter bei denen sie niemals gebucht werden. Andere erkennen beim Sedcard Fotoshooting, dass Model sein überhaupt nicht so cool ist, wie sie es sich vorgestellt haben. Viele wollen eh nur Model werden, weil sie denken, dies wäre der leichteste Weg um berühmt zu werden. Wer weder singen noch tanzen noch sonst irgendwas kann, wird halt Model. Der Wunsch berühmt zu sein ist in der heutigen Zeit sowieso eine weit verbreitete Volkskrankheit. Hauptsache berühmt sein – wofür ist eigentlich völlig egal.

Wer es jedoch wirklich ernst meint mit dem Berufswunsch Model, sollte genau darauf achten, mit wem er verkehrt. Für einen erfolgreichen Start ins Model-Buisness braucht man eine wirklich gute Model Agentur, die tatsächlich die Kontakte hat, von denen andere nur reden. Man braucht einen engagierten Agenten, der regelmäßig hochwertige Castings vermittelt und die Interessen bestmöglich vertritt. Und nicht zuletzt braucht man auch ein dickes Fell, um all die Absagen zu verarbeiten, die so sicher kommen wie das Amen in der Kirche. Denn egal wie gut man als Model ist, wenn man nicht der Typ ist, der vom Kunden gewünscht wird, dann kriegt man den Job nicht – so einfach ist das. Als Model zu arbeiten ist definitiv nicht so leicht, wie die meisten denken. Der Beruf des Models hat viele Schattenseiten, die nur von sehr strahlenden Momenten kompensiert werden können. Wer also demnächst in der Fußgängerzone von München „entdeckt“ wird, sollte sich das Ganze lieber zweimal überlegen.